Nachhaltige Selbsthilfe

»Man kann den Menschen nicht auf Dauer helfen, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können und sollten«
Abraham Lincoln

Den Menschen das Fischen beizubringen ist nachhaltiger, kostengünstiger und effizienter als jeden Tag neue Fische für sie zu kaufen und verteilen zu müssen. Noch mehr Menschen profitieren davon, wenn einheimische Trainer ausgebildet werden, die ihnen das Fischen beibringen. Auf diese Weise multipliziert sich Hilfe zur Selbsthilfe von selbst.

Die Geschichte von Kopila Shresta verdeutlicht, wie nachhaltige Selbsthilfe umgesetzt wird.

Kopila kehrte mit Shresta_Kopila_Kadka_2015_0011_Web_360x240ihrem Mann eine Woche vor dem Erdbeben vom 25. April 2015 aus ihrem Dorf nach Kathmandu zurück, mit im Gepäck ihre Nähmaschine. Kopila erzählt: »Ich habe mich während 15 Monaten zur Damenschneiderin ausbilden lassen und wollte nun in Kathmandu in meinem Beruf arbeiten. Eine Woche, nachdem wir uns ein Zimmer gemietet hatten, bebte die Erde und wir verloren alles, was wir besassen, auch meine wertvolle Nähmaschine«. Seit August 2015 besucht Kopila die Seminare für Family Business-Mentoren. In dieser Zeit entwickelte sie gemeinsam mit anderen Frauen die Idee, eine Schneiderei aufzubauen, die sowohl traditionelle Nepalesische Kleider herstellt, als auch Kleider im westlichen Design.

Auf die Frage, was ihr diese Seminare bisher gebracht haben, antwortet Kopila: »Nach dem Erdbeben war ich hoffnungslos. Schon vorher dachte ich von mir selber, dass ich unbedeutend sei, selber nichts zustande bringe, weil ich nur eine einfache Frau bin. Aber diese Seminare haben mir neue Energie gegeben und mich überzeugt, dass ich nicht nur eine Frau bin, sondern auch selber etwas beginnen kann. Diese Art von Hoffnung ist in mir geweckt worden«.

Menschen wie Kopila, die in ärmsten Verhältnissen leben, wollen ihre Situation verändern. Dazu benötigen sie aber Unterstützung von aussen und entsprechende Möglichkeit dazu.