Oft gestellte Fragen

Welche Geschäftsideen und Möglichkeiten bietet ihr den Menschen in Nepal an, damit sie ihr eigenes Unternehmen starten können?
Wir schreiben den Menschen nicht vor, was sie für ein Geschäft zu starten haben. Die Menschen mit einem Potenzial zum Unternehmer wissen selber am besten, was sie machen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Menschen, bei denen ein echtes Interesse und der Ehrgeiz erkennbar sind, selber etwas aufzubauen, werden in das Projekt »Familienunternehmen in Nepal« aufgenommen. Sie erhalten einzeln oder in einer kleinen Gruppe die Grundlagen und das Know-how vermittelt, damit sie selber ihre Geschäftsidee entwickeln können. Dabei werden sie von Mentoren begleitet, die ihnen mit Rat zur Seite stehen.

Sind schlecht ausgebildete Leute (Analphabeten oder Menschen mit geringer Schulbildung) überhaupt in der Lage, ein Geschäftskonzept aufzubauen?
Absolut. Menschen, die z.B. nicht lesen und schreiben können, können trotzdem ganz genau beschreiben, wie ihr Geschäft aussieht; sie haben es im Kopf und im Herz. Es ist dann Aufgabe des Mentors, Inhalte wie Geschäftsstrategie, Marketing etc. mit ihnen auszuarbeiten und für sie schriftlich festzuhalten. Diese Menschen müssen bereit sein, Zusatz-Programme wie z.B. Alphabetisierung zu besuchen, durch die sie ihre Schwächen ausgleichen können.

Was gehört zum Inhalt einer Ausbildung?
Die Ausbildung für ein Familienunternehmen umfasst u.a.: Unternehmer-Mentalität, Geschäftsmodell, Geschäftsstrategien, Marketing, Finanzmanagement, Bewältigung von Krisen und Kundenpflege.

Nach welchen Kriterien werden potenzielle Unternehmer ausgewählt oder bekommt »jeder« eine finanzielle Unterstützung für seine Geschäftsidee?
Um ins Projekt »Familienunternehmen in Nepal« aufgenommen zu werden, müssen die Menschen eine konkrete Geschäftsidee vorlegen und glaubhaft machen, dass sie gewillt sind, diese – unter Anleitung und mit Unterstützung – selber auszuarbeiten. Wenn sie ihr Geschäftsmodell als ausgereift betrachten, können sie eine Anschubfinanzierung beantragen (meist in Gruppen), die anhand vorgegebener Kriterien geprüft wird. Bei Ablehnung ihres Antrags kann das Geschäftskonzept nachgebessert und wieder vorgelegt werden.

Sind die Jungunternehmer nach dem Start sich selbst überlassen?
Nein, jedes Familienunternehmen wird während 5 Jahren begleitet. In dieser Zeit müssen alle Kreditnehmer regelmässige Beratungen zu betriebswirtschaftlichen Themen und Alltagsfragen besuchen.

Wer bezahlt die Anschub-Finanzierung und muss etwas davon auch wieder zurückbezahlt werden?
Anschub-Finanzierungen werden aus einem Fonds bezahlt, der durch Sponsorenbeiträge gefüllt wird, und sind rückzahlungspflichtig. Die Modalitäten werden vertraglich mit den Kreditnehmern geregelt. Durch die Rückzahlungen in den Fonds können neue Geschäftsgründungen finanziert werden. Die Sponsoren erhalten jährliche Berichte über die laufenden Kleinunternehmen.

Was geschieht bei der nächsten Krise?
Das ist in einem Land wie Nepal eine der zentralsten Fragen. Zusätzlich zur Ausbildung in Geschäftsfragen wird mit den potenziellen Jungunternehmern ein Konzept zur Bewältigung von Krisen ausgearbeitet. Dies hilft ihnen, für zukünftige Ereignisse vorzusorgen, sei es z.B. durch finanzielle, bauliche oder geografische Massnahmen.

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